ZDFinfo – 2026 – 44 Min.
Ein Film von Volker Wasmuth

Neue Frisur, neue Frau, neue Identität – Jan Marsalek, einer der meistgesuchten Wirtschaftsverbrecher Europas, lebt unbehelligt in Moskau. Warum arbeitet er für den russischen Geheimdienst?

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Jan Marsalek, Schulabbrecher ohne Abitur, legt bei dem Zahlungsdienstleister Wirecard eine beeindruckende Karriere hin. Er bringt es vom Produktentwickler zum Asien-Vorstand und COO. Smart, fleißig, gut gekleidet und ständig auf Achse – so schreibt er mit an der scheinbar wundervollen Erfolgsgeschichte des Unternehmens. 
Dann platzt die große Wirecard-Blase. Es kommt heraus: Die Bilanzen sind seit Jahren gefälscht. Gelder sind nicht auffindbar, die Asien-Geschäfte vermutlich frei erfunden – und der Aktienkurs fällt ins Bodenlose. Über Nacht verlieren Tausende Anleger ihr Erspartes, 6000 Mitarbeiter ihre Jobs.

Marsalek, einer der Hauptverantwortlichen für die Pleite, gelingt eine filmreife Flucht nach Russland. Seitdem fahnden deutsche Ermittler nach ihm. Marsalek gehört zu „Europe’s most wanted“, den meistgesuchten Verbrechern in Europa. In seiner neuen Heimat nimmt Marsaleks kriminelle Karriere weiter Fahrt auf.
Von Moskau aus steuert er einen Agentenring, der seinen Sitz in London hat. Die Bulgaren stellen Kremlgegnern nach und wollen ukrainische Soldaten in einer NATO-Kaserne in Deutschland ausspionieren. Marsalek plant und finanziert sämtliche Aktionen. Den Chef des Agentenrings, Oleg Roussev, kennt er seit den Wirecard-Zeiten 2015.

Die Dokumentation beschreibt, wie aus dem größten Betrugsskandal der deutschen Wirtschaftsgeschichte ein Agententhriller wurde. Sie zeigt Jan Marsaleks Aufstieg bei Wirecard und seine frühen Verbindungen zum Kreml, enthüllt sein neues zweites Leben in Moskau und die Geheimdienstoperationen gegen Kremlgegner. Warum wandelte sich Topmanager Marsalek zum russischen Spion?