nano-3sat, 2021 - 7:17 Min.
Ein Film von Lena Solberg

Fünf Quadratkilometer groß, 45 Meter tief - das neue Offshore-Testfeld für maritime Technologien rund fünf Kilometer vor Helgoland ist einzigartig. Hier werden Roboter unter erschwerter Sicht ferngesteuert, navigieren aber auch eigenständig. Sie fahren im Testfeld verschiedene Zielpunkte an, vermessen und bearbeiten sie. Seegang, Strömung, Sedimentwirbel, die eingeschränkte Sicht – das bringt die Tauchroboter an ihre Grenzen. Doch solche Tests am Limit sind notwendig. Wenn die mobilen Robotersysteme die Belastungsprobe vor Helgoland meistern, können sie künftig bei Projekten in der Arktis eingesetzt werden. 

Um die Forschung und Entwicklung in dem Bereich voranzutreiben, hat das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM gemeinsam mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und anderen Partnern letzten Sommer das Forschungszentrum auf Helgoland aufgebaut. Nun nehmen sie das Testfeld im Meer in Betrieb. Der Vorteil: Die Forscher müssen nicht viele Kilometer aufs Meer hinausfahren und dort übernachten, sondern kehren nach getaner Arbeit in den Hafen zurück.

Mit dem Forschungsschiff Uthörn vom Alfred-Wegener-Institut fahren die Forscher raus aufs Meer. 

Quelle: Blue moon media GmbH
© Blue moon media GmbH

Fünf Kilometer von Helgolands Küste entfernt liegt mitten im Meer das maritime Testfeld.

Quelle: Blue moon media GmbH
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Schwerstarbeit an Bord der Uthörn: Die Männer um Markus Janout bereiten die Messinstrumente auf ihren Einsatz vor.  

Quelle: Blue moon media GmbH
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Ein Team um den Biologen Markus Janout will im Testfeld Messgeräte installieren, die später in der Arktis eingesetzt werden sollen. Vor Helgolands Küste können die Instrumente auf Herz und Nieren getestet werden.
Auf der Insel testen und erproben Forscher wie Hanno Schnars und Tim Heusinger von Waldegge zudem neue Antifouling-Systeme. Denn Schiffe und Konstruktionen im offenen Meer sind durch die salzhaltige Luft und das Meerwasser ständig einer hohen Belastung ausgesetzt. Meeresorganismen am Schiffrumpf und Korrosion machen der Schifffahrt zu schaffen. Die Forscher des Fraunhofer Instituts suchen deshalb leistungsfähigere Schutzbeschichtungen.